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<title>Aufwind</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Aufwind</span></h1>
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<p>Ein <b>Aufwind</b> ist eine örtlich begrenzte, vertikale Luftbewegung. Bei großräumigen Effekten, etwa an einer <a href="Front_(Meteorologie)" title="Front (Meteorologie)">Front</a>, sagt man „<a href="Aufgleiten" title="Aufgleiten">Aufgleiten</a>“. Gegenstücke zum Aufwind sind <a href="Abwind" title="Abwind">Abwind</a>, <a href="Fallwind" title="Fallwind">Fallwind</a>, <a href="Fallb%C3%B6e" class="mw-redirect" title="Fallböe">Fallböe</a>, umgangssprachlich auch „<a href="Luftloch" title="Luftloch">Luftloch</a>“ genannt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung">Entstehung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Thermischer_Aufwind">Thermischer Aufwind</h3></div>
<p>Thermische Aufwinde (<a href="Thermik" title="Thermik">Thermik</a>) entstehen durch <a href="Temperatur" title="Temperatur">Temperaturdifferenzen</a> der <a href="Luftmasse_(Meteorologie)" title="Luftmasse (Meteorologie)">Luftmassen</a>. So erwärmt <a href="Sonne" title="Sonne">Sonneneinstrahlung</a> die <a href="Erdoberfl%C3%A4che" title="Erdoberfläche">Erdoberfläche</a> und in Folge die aufliegende Luft. Da warme Luft leichter und weniger dicht ist als kalte, steigen die erwärmten <a href="Luftpaket" title="Luftpaket">Luftpakete</a> wie große <a href="Seifenblase" title="Seifenblase">Seifenblasen</a> auf. Sie steigen solange auf, bis sie in ähnlich dichte Luft geraten oder auf die Umgebungstemperatur abgekühlt sind. <a href="Bergsteiger" class="mw-redirect" title="Bergsteiger">Bergsteiger</a> spüren ihn oft beim nachmittäglichen Abstieg als warmen <a href="Gegenwind" title="Gegenwind">Gegenwind</a> aus dem Tal. In deren Umfeld sinken weniger warme Luftmassen wieder ab und sorgen so für einen Luftaustausch.
</p>
<p>Die Intensität dieser Aufwinde hängt von der Sonneneinstrahlung, dem Temperaturverlauf der Atmosphäre, der Beschaffenheit der Erdoberfläche, der <a href="Feuchtigkeit" title="Feuchtigkeit">Feuchtigkeit</a> und dem Einstrahlungswinkel ab. Ein trockenes <a href="Getreide" title="Getreide">Getreidefeld</a> kann mehr Wärme abgeben als eine feuchte Wiese, eine zur Sonne geneigte Gebirgsflanke wird mehr erwärmt als das Flachland. Diese Aufwinde sind meist auf einige 10 bis einige 100 Meter beschränkt. Enge Aufwinde nennt man im <a href="Segelflug" title="Segelflug">Segelflug</a> Thermikschlauch oder „Bart“.
</p><p>Großflächige Aufwinde treten meist unter <a href="Wolke" title="Wolke">Wolken</a> auf, insbesondere unter <a href="Cumulus" title="Cumulus">Cumuluswolken</a>, der üblichen Schönwetter- oder „Schäfchenwolke“. Wolken sind Indikatoren für aufsteigende Luft, deren mitgeführte <a href="Luftfeuchtigkeit" title="Luftfeuchtigkeit">Feuchtigkeit</a> mit der zunehmenden Höhe abkühlt und bei Erreichen des <a href="Taupunkt" title="Taupunkt">Taupunkts</a> <a href="Kondensieren" class="mw-redirect" title="Kondensieren">kondensieren</a>. Die dabei freigesetzte <a href="Kondensationsenthalpie" class="mw-redirect" title="Kondensationsenthalpie">Kondensationsenthalpie</a> kann bei günstigen Bedingungen zu einem weiteren Aufsteigen der Luftpakete führen. Die Wolke beginnt dann von sich aus, weitere Luft anzusaugen und für weiteren Aufwind zu sorgen.
</p><p>Bei geringer Luftfeuchtigkeit, oder fehlenden Kondensationskeimen, kann die Wolkenbildung auch ausbleiben, man spricht dann von <i>Blauthermik</i>. Die thermischen Aufwinde sind allenfalls durch mitaufsteigende Vögel, Pollen oder Staub zu orten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hang-Aufwind">Hang-Aufwind</h3></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→ </span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Hangwind" title="Hangwind">Hangwind</a></i></div>
<p><a href="B%C3%B6schung" title="Böschung">Hang</a>-Aufwinde entstehen demgegenüber durch <a href="Orografie" class="mw-redirect" title="Orografie">orografisch</a> erzwungenes Steigen der Luft, wenn <a href="Wind" title="Wind">Wind</a> gegen eine <a href="Berg" title="Berg">Bergflanke</a> streicht und <a href="Luv_und_Lee" title="Luv und Lee">luvseitig</a> hangaufwärts abgelenkt wird. Auf der <a href="Luv_und_Lee" title="Luv und Lee">Leeseite</a> des Berggrats strömt die Luft als <a href="Fallwind" title="Fallwind">Abwind</a> wieder herab. In bestimmten Konstellationen können auch im Lee Aufwinde, die sogenannten <a href="Leewellen" class="mw-redirect" title="Leewellen">Leewellen</a>, entstehen.
</p><p>Hangaufwinde sind großräumiger und durch die andauernde Luftströmung stabiler als die <a href="Thermik" title="Thermik">Thermik</a> und erlauben <a href="Segelflug" title="Segelflug">Segelfliegern</a> und <a href="Gleitschirmfliegen" title="Gleitschirmfliegen">Gleitschirmfliegern</a> bei geeignetem Terrain, z. B. an einer <a href="Kliffk%C3%BCste" title="Kliffküste">Steilküste</a> oder einem <a href="Prallhang" title="Prallhang">Prallhang</a> im <a href="Talwind" class="mw-redirect" title="Talwind">Talwind</a>, oftmals ruhiges, stundenlanges und kilometerweites <a href="Soaren" title="Soaren">Soaren</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Leewellen-Aufwind">Leewellen-Aufwind</h3></div>
<p><a href="Leewellen" class="mw-redirect" title="Leewellen">Leewellen</a> sind eine durch Wind hervorgerufene Wettererscheinung, die auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) von Bergen entstehen kann. Die Luftströmung gerät beim Überstreichen eines Gebirgszuges in <a href="Schwingung" title="Schwingung">Schwingung</a>. Die Welle besteht aus einem aufsteigenden Teil (Aufwind) und einem Abwind. Dabei kann es auch horizontale Luftwirbel, Rotoren geben. Als glattgeschliffene <a href="Lenticularis" title="Lenticularis">Lenticulariswolke</a> können diese Wellen sichtbar werden.
</p><p>Diese Aufwinde sind für <a href="Segelflugzeug" title="Segelflugzeug">Segelflugzeuge</a> eine Möglichkeit, bis in große Höhen aufzusteigen. Für andere Luftfahrzeuge sind Leewellen wegen der damit verbundenen hohen <a href="Windgeschwindigkeit" title="Windgeschwindigkeit">Windgeschwindigkeiten</a> nicht nutzbar oder stellen durch deren <a href="Clear_Air_Turbulence" title="Clear Air Turbulence">Turbulenzen</a> eher eine Gefahr dar.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Konvergenz">Konvergenz</h3></div>
<p>Strömen Luftmassen aufeinander, ohne dass sie seitlich ausweichen können, beispielsweise in Gebirgstälern, dann steigen sie auf. Im Gebirge treten <a href="Konvergenz_(Meteorologie)" title="Konvergenz (Meteorologie)">Konvergenzen</a> z. B. in Nähe von <a href="Gebirgspass" title="Gebirgspass">Pässen</a> auf, wenn unterschiedliche Talwinde aufeinander prallen. Sie sind manchmal an einer einzeln stehenden Wolke über der Talmitte erkennbar, während andere Wolken über Berggipfel stehen.
</p><p>Am Abend, wenn abgekühlte Luft beidseitig eines Tals von den Berghängen hinunterströmt, bildet sich über dem Tal ebenfalls eine Konvergenz, in Fliegerkreisen als <a href="Umkehrthermik" title="Umkehrthermik">„Abendthermik“</a> bekannt und beliebt.
</p><p>In der freien <a href="Erdatmosph%C3%A4re" title="Erdatmosphäre">Atmosphäre</a> treten Konvergenzen auch im Zusammenhang mit Fronten auf und bringen oftmals eine Wetterverschlechterung (<a href="Bew%C3%B6lkung" title="Bewölkung">Bewölkung</a>, <a href="Niederschlag" title="Niederschlag">Niederschlag</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nutzung">Nutzung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufwinde_im_Segelflug">Aufwinde im Segelflug</h3></div>
<p>Ein <a href="Segelflugzeug" title="Segelflugzeug">Segelflugzeug</a> legt bei mittlerer Fluggeschwindigkeit von 120 km/h etwa 33 m/s zurück. Mit <a href="Gleitverh%C3%A4ltnis" class="mw-redirect" title="Gleitverhältnis">Gleitverhältnis</a> 1:40 bedeutet das ein Sinken von 0,83 m/s. Daher wird es bei einem Aufwind von 1 m/s bereits geringfügig steigen. Das Kreisen in engen Aufwinden (Fliegersprache: „Kurbeln“) verschlechtert allerdings das Gleitverhältnis durch die hohe Schräglage, so dass erst stärkere Aufwinde zu einem tatsächlichen Höhengewinn führen. Das „geringste Sinken“ (geringster Höhenverlust pro Zeitspanne) wird bei niedrigerer Geschwindigkeit als das „beste Gleiten“ (geringster Höhenverlust pro zurückgelegter Strecke) erreicht. Man nützt es vor allem beim Kreisen in der <a href="Thermik" title="Thermik">Thermik</a>, wo es nicht auf Zurücklegen von Strecke, sondern auf die bestmögliche Ausnutzung des Aufwinds ankommt. Als <a href="Nullschieber" title="Nullschieber">Nullschieber</a> bezeichnet man einen schwachen Aufwind, der keinen Höhengewinn bringt, sondern nur das Eigensinken des Segelflugzeugs ausgleicht.
</p><p>Für Segelflugrekorde im <a href="Langstreckenflug" class="mw-redirect" title="Langstreckenflug">Langstreckenflug</a> oder <a href="Dreiecksflug" title="Dreiecksflug">Dreiecksflug</a> sind stabile <a href="Hangwind" title="Hangwind">Hangwinde</a> günstiger als <a href="Thermik" title="Thermik">Thermik</a>, weil oft längere Strecken ganz ohne Kreisen im Aufwind geflogen werden können. Die Rekordweiten liegen bereits weit über 2000 km, am 21. Januar 2003 flog der Pilot <a href="Klaus_Ohlmann" title="Klaus Ohlmann">Klaus Ohlmann</a> mit seinem Copiloten in <a href="Argentinien" title="Argentinien">Argentinien</a> eine Strecke von 3.009 km.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Aufwinde_bei_Gleitschirmen_und_Hängegleitern"><span id="Aufwinde_bei_Gleitschirmen_und_H.C3.A4ngegleitern"></span>Aufwinde bei Gleitschirmen und Hängegleitern</h3></div>
<p>Für <a href="Gleitschirm" title="Gleitschirm">Gleitschirme</a> liegt das <a href="Gleitverh%C3%A4ltnis" class="mw-redirect" title="Gleitverhältnis">Gleitverhältnis</a> bei ca. 1:9, bei <a href="H%C3%A4ngegleiter" title="Hängegleiter">Hängegleitern</a> bei ca. 1:20. Somit können mit diesen Fluggeräten nicht derart weite Strecken zurückgelegt werden wie mit <a href="Segelflugzeug" title="Segelflugzeug">Segelflugzeugen</a>. Sie können aber wegen ihrer geringeren Geschwindigkeit engere Kreisbahnen fliegen und das Steigen in Thermikbärten besser ausnutzen. Dynamische Aufwinde sind wegen der eingeschränkten Maximalgeschwindigkeit dieser Fluggeräte nur bedingt nutzbar.
</p><p>Trotzdem liegt der Streckenweltrekord für Gleitschirme bei über 600 km.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Thermikkraftwerk" class="mw-redirect" title="Thermikkraftwerk">Thermikkraftwerk</a></li>
<li><a href="Aufwindkraftwerk_Mildura" class="mw-redirect" title="Aufwindkraftwerk Mildura">Aufwindkraftwerk Mildura</a></li>
<li><a href="Winde_und_Windsysteme" class="mw-redirect" title="Winde und Windsysteme">Winde und Windsysteme</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.xcontest.org/2021/world/en/flights/detail:sebastien300/19.06.2021/14:49"><i>Sebastien Kayrouz • 19.6.2021 • − 615.02 km.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 12. Oktober 2021</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAufwind&rft.title=Sebastien+Kayrouz+%E2%80%A2+19.6.2021+%E2%80%A2+%E2%88%92+615.02+km&rft.description=Sebastien+Kayrouz+%E2%80%A2+19.6.2021+%E2%80%A2+%E2%88%92+615.02+km&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.xcontest.org%2F2021%2Fworld%2Fen%2Fflights%2Fdetail%3Asebastien300%2F19.06.2021%2F14%3A49&rft.language=en"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.fai.org/record/19487"><i>Sebastien Kayrouz (USA) (19487).</i></a> 23. Juni 2021,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 1. August 2022</span> (englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAufwind&rft.title=Sebastien+Kayrouz+%28USA%29+%2819487%29&rft.description=Sebastien+Kayrouz+%28USA%29+%2819487%29&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.fai.org%2Frecord%2F19487&rft.date=2021-06-23&rft.language=en"> </span></span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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